Harninkontinenz

Der ungewollte Harnverlust ist ein vielschichtiges Thema und bedarf einer umfassenden Abklärung. Die Harninkontinenz von Mann und Frau ist seit Jahren eines meiner besonderen Steckenpferde, daher sind Sie bei mir wahrscheinlich an der richtigen Adresse. So belastend das Problem auch sein mag, mit etwas Geduld und Ausdauer findet sich fast immer eine befriedigende Lösung.

Grundsätzlich wird zwischen einer Dranginkontinenz (Harnverlust verbunden mit befehlsartigem Harndrang) und einer Belastungsinkontinenz (Harnverlust bei körperlicher Belastung wie Husten oder Niesen) unterschieden. Bestehen Belastungsinkontinenz und Dranginkontinenz nebeneinander, spricht man von einer Mischinkontinenz.

Dranginkontinenz

Die Ursachen der Dranginkontinenz sind unter anderem

- eine Störung des Harnabflusses (Harnröhrenenge, Prostatavergrößerung, Blasensenkung)

- chronische Harninfekte

- Fremdkörper oder Tumore in der Harnblase

- Störungen des Nervensystems

- bei der Frau nach den Wechseljahren ein Hormonmangel im Genitalbereich

 

Sollten die Beschwerden nach Behandlung des Grundproblemes weiterhin bestehen bleiben, sind sie trotzdem gut mit Physiotherapie, Medikamenten, beruhigenden Blasenspülungen, Blaseninjektionen (Botox)  oder einer sakralen Neuromodulation ("Blasenschrittmacher") behandelbar.

Belastungsinkontinenz

Eine Belastungsinkontinenz tritt bei vielen Frauen auf und wird bis zu einem gewissen Grad als "normal" angesehen. Trotzdem gibt es keinen Grund sich damit abfinden zu müssen. Für leichtere Formen kann Beckenbodentraining alleine ausreichen, andernfalls besteht meist die Möglichkeit mit einem kleinen chirurgischen Eingriff (Schlingenoperationen) für Abhilfe zu sorgen. Auch komplexe und voroperierte Fälle sind behandelbar. Liegt auch eine ausgeprägtere Gebärmutter- bzw. Scheidensenkung vor, bestehen Kooperationen spezialisierten Gynäkologen, an welche ich Sie gerne weitervermittle.

Beim Mann tritt eine Belastungsinkontinenz meistens nach Prostataoperationen auf. Mit Beckenbodentraining läßt

sich der Genesungsprozeß beschleunigen, jedoch nicht erzwingen. Bleibt die Inkontinenz weiterbestehen, ist nach spätestens eineinhalb Jahren nicht mehr mit einer wesentlichen Besserung zu rechnen.

Inzwischen existieren zahlreiche Operationsmethoden zur Wiederherstellung oder Unterstützung der Schließmuskelfunktion, und es gibt nicht DIE Lösung welche für jeden Patienten passt. Je nach Schweregrad der Inkontinenz, Vorgeschichte und Zustand des Schließmuskels lässt sich aber für nahezu jeden Patienten eine sehr gute Lösung finden. Die Behandlung durch einen spezialisierten Urologen gewährleistet so ein optimales Ergebnis.

Egal um welches Problem es sich handelt, ich informiere Sie gerne über Ihre Möglichkeiten. Fast immer ist zumindest eine erhebliche Verbesserung möglich - auch wenn Ihnen vielleicht bereits gesagt wurde Sie müssten sich eben damit abfinden...