Radikale Prostatektomie - die Komplettentfernung der Prostata bei Prostatakrebs

Eine von mehreren Möglichkeiten zur Behandlung eines Prostatakarzinoms ist eine Komplettentfernung der Prostata. Diese kann als "offene Prostatektomie" über einen Unterbauchschnitt, laparoskopisch mittels Bauchspiegelung, oder gar roboterassistiert durchgeführt werden. Die perineale Technik mit einem  Schnitt am Damm (zwischen Hodensack und Anus) wird nur noch selten durchgeführt, kann in Einzelfällen jedoch immer noch von Vorteil sein. Müssen auch die Beckenlymphknoten mitentfernt werden, ist der perineale Zugang jedoch nicht geeignet.

 

Hinsichtlich des Operationsergebnisses (Heilungsrate, Kontinenz, Potenz) sind alle vier Verfahren vergleichbar. Keine der Varianten schneidet nachweislich besser ab als die anderen, ausschlaggebend ist vor allem die persönliche Qualifikation und Erfahrung des Operateurs.

Der Vorteil der offenen Operation besteht in der kürzeren Operationsdauer, außerdem kann statt mit einer Vollnarkose auch mit Spinalanästhesie (Kreuzstich) gearbeitet werden.

Die laparoskopischen Verfahren (inklusive der roboterassistierter Operation) punkten durch den geringeren Blutverlust und den geringeren Schmerzmittelverbrauch nach der Operation. Die Erholungsphase ist deutlich kürzer als nach einer offenen Operation, und auch das Narbenbruchrisiko ist geringer.

Am Klinikum Wels wird die Radikale Prostatektomie praktisch ausschließlich roboterassistiert angeboten. Da ich selbst diese Entwicklung nicht mitgemacht habe, würde ich Sie gegebenenfalls an einen erfahrenen Operateur vermitteln.

 

Die unerwünschten Folgeerscheinungen der Harninkontinenz (ungewollter Harnverlust bei körperlicher Belastung) und der Impotenz (Erektionsstörung) sind weitgehend behandelbar, wobei zumindest bezüglich der Impotenz unter Umständen auf Dauer Hilfsmittel eingesetzt werden müssen.

 

Informationen über die therapeutischen Alternativen zur Operation finden Sie hier: