Prostatabiopsie

Besteht der Verdacht auf Prostatakrebs, sollte dies mittels einer Prostatabiopsie abgeklärt werden. Routinemäßig werden üblicherweise 12 bis 16 kleine Proben aus allen Regionen der Prostata entnommen, da dies ultraschallgezielt erfolgt kann hierbei auch Form und Aufbau der Prostata mitbeurteilt werden. Meistens ist eine örtliche Betäubung ausreichend. Sollten Sie jedoch bereits schlechte Erfahrungen mit einer schlecht sitzenden örtlichen Betäubung gemacht haben oder aufgrund Erzählungen anderer Vorbehalte gegen diesen Eingriff haben, kann der Eingriff auch in Sedoanalgesie angeboten werden. Dies ist keine Vollnarkose, doch der Patient schläft und verspürt keinen Schmerz. 

 

Ist auch nach einer unauffälligen Biopsie der Verdacht auf einen Prostatakrebs nicht ausgeräumt, sollte vor einer neuerlichen Biopsie eine Kernspintomographie (MRT) der Prostata durchgeführt werden. Hierzu ist allerdings nicht jedes MRT-Gerät geeignet, idealerweise sollte ein modernes und hochauflösendes 3-Tesla-Gerät verwendet werden. Auch Durchführung der Untersuchung und die Befundinterpretation verlangen vom Radiologen eine gewisse Spezialisierung. 

Anschließend kann entweder in Kenntnis des MRT-Befundes nochmals eine ultraschallgezielte Biopsie durchgeführt werden, oder aber es werden direkt im MRT die verdächtigsten Abschnitte der Prostata anvisiert.

 

Entgegen einer weit verbreiteten Stammtischmeinung wird durch eine Prostatabiopsie der eventuell vorhandene Prostatakrebs NICHT "aufgeweckt" oder zu einer Metastasierung angeregt.