Prostata

Die Prostata, zu deutsch Vorsteherdrüse, ist Teil des männlichen Urogenitaltraktes und umschließt den Anfangsteil der Harnröhre (Urethra). Das bei jungen Männern etwa walnussgroße Organ besteht aus Drüsen und Muskelzellen und dient als Weichensteller zwischen Urin und Samenflüssigkeit. Ihr Sekret bei der Ejakulation der Samenflüssigkeit beigemengt und enthält einen Stoff, der die Spermienbeweglichkeit fördert. Außerdem gleicht es das saure Milieu in der Vagina aus, welches bei der Frau Infektionen vorbeugen soll, und erhöht so die Überlebenschance der Samenzellen in der Scheide.

 

Die Prostata ist in Zonen gegliedert. Die innere, unmittelbar die Harnröhre umschließende Zone neigt im Laufe eines Männerlebens zu natürlichem Wachstum. Hier entsteht die gutartige Prostatavergrößerung (Prostataadenom, benigne Prostatahyperplasie). Das Ausmaß des Wachstums ist unter anderem abhängig vom Testosteron, dem männlichen Geschlechtshormon, und kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, im Extremfall kann sie etwa Orangengröße erreichen. Wird durch das Größenwachstum die Harnröhre eingeengt, führt dies zu einer Abschwächung des Harnstrahls und bei fortschreitender Erkrankung zu einer unvollständigen Blasenentleerung mit Restharnbildung und Bildung von Blasensteinen bis hin zu einer schmerzhaften kompletten Harnsperre. Häufig, aber nicht immer tritt gehäufter Harndrang auf.

 

Bei rechtzeitiger Behandlung ist die gutartige Prostatavergrößerung gut behandelbar. Symptomatisch können Alphablocker (Medikamente zur Entspannung der Muskelzellen in der Prostata) gegeben werden, um den Harnfluss und die Blasenentleerung zu verbessern. Ab einer mittleren Prostatagröße verbunden mit einer Harnflussabschwächung kann es auch die Einnahme von 5-Alpha-Reduktasehemmern sinnvoll sein. Diese hemmen den Umbau des männlichen Geschlechtshormons in seine an der Prostata wirksame Form und können über einen längeren Zeitraum ein weiteres Prostatawachstum verhindern bzw. teilweise sogar umkehren. Um zu erkennen bei wem eine Medikamentenbehandlung ausreicht bedarf es regelmäßiger urologischer Kontrollen.

Ist die Medikamententherapie nicht ausreichend oder die Erkrankung bereits zu weit fortgeschritten, kann der Überschuss an Prostatagewebe über die Harnröhre entfernt werden (Transurethrale Resektion der Prostata, TUR-P).

 

Die äußere Zone, welche bei der Vorsorgeuntersuchung teilweise über den After nach Auffälligkeiten abgetastet werden kann, ist üblicherweise der Entstehungsort des Prostatakrebses (Prostatakarzinom). Prostatakrebszellen geben häufig vermehrt ein bestimmtes Eiweiß (Prostataspezifisches Antigen, PSA).  Doch auch bei Prostataentzündungen (Prostatitis) ist der PSA-Wert im Blut erhöht.

Im Rahmen der Krebsvorsorge wird der PSA-Wert bestimmt und die Prostata über den After mit dem Finger nach Auffälligkeiten wie Verhärtungen oder unregelmäßiger Oberfläche abgetastet. Besteht der Verdacht auf ein Prostatakarzinom, werden über eine Prostatabiopsie systematisch mehrere Proben aus der Prostata entnommen. Bei Nachweis eines Prostatakarzinoms gibt es keine allgemeingültige Behandlungsempfehlung. In Absprache mit dem Patienten ist je nach Risikoprofil des Tumors (Aggressivität, Ausdehnung, Höhen des PSA), Alter und Vorerkrankungen des Patienten als auch dessen persönliche Vorlieben ein individueller Behandlungsplan zu erstellen. Häufig ist es auch gar nicht notwendig, einen Prostatakrebs sofort zu behandeln. Diese Entscheidung kann aber erst nach einem ausführlichen Beratungsgespräch getroffen werden!

 

Mehr zu den Behandlungsmöglichkeiten des Prostatakarzinoms erfahren Sie hier: