Nach Abschluß der Familienplanung entscheiden sich viele Männer zu einer Vasektomie. Durch geänderte Lebensumstände kann es später jedoch manchmal wieder zu einem neuen Kinderwunsch kommen.
Mittels Vasovasostomie läßt sich mit guter Erfolgsaussicht eine Vasektomie rückgängig machen, indem die Samenleiter wieder zusammengenäht werden. Gelingt es die Durchgängigkeit wiederherzustellen, so besteht auch wieder die Chance auf eine natürliche Befruchtung.
Die einfachste Methode einer Vasovasostomie ist eine einschichtige Nahtreihe durch alle Wandschichten des Samenleiters. Die Operation ist auf diese Weise relativ rasch und unkompliziert erledigt, erfordert keine komplexe Ausstattung und ist bereits mit Hilfe einer Lupenbrille (bis max. 4,5-fache Vergrößerung) oder gar mit freiem Auge zu bewerkstelligen.
Im Gegensatz dazu ist eine mikrochirurgische mehrschichtige Naht mit getrennter Versorgung der einzelnen Wandschichten (Multilayer-Technik mit zwei bis drei übereinanderliegenden Nahtreihen) zwar zeitaufwändiger und technisch etwas anspruchsvoller, das Operationsergebnis lässt sich hierdurch jedoch merklich verbessern, insbesondere wenn die Vasektomie bereits etwas länger zurückliegt. Daher wird von internationalen Fachgesellschaften die mikrochirurgische mehrschichtige Vasovasostomie als Goldstandard zur Refertilisierung empfohlen. Wegen der Feinheit der zu nähenden Strukturen und auch des mit freiem Auge kaum noch sichtbaren Nahtmaterials erfolgt der Eingriff unter dem Operationsmikroskop. Hierbei arbeite ich üblicherweise mit 40-facher Vergrößerung.
Ist kein durchgängiger Samenleiterstumpf mehr präparierbar, kann der Samenleiter direkt mit dem Nebenhoden verbunden werden (Epididymovasostomie oder Tubulovasostomie). Da nicht jeder Samenleiter nach diesem Eingriff auch durchgängig ist, werden immer beide Samenleiter rekonstruiert, um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu maximieren.
Entgegen einer weit verbreiteten Annahme ist auch bei lange zurückliegender Vasektomie eine erfolgreiche Rückoperation einer Vasektomie möglich. Zwar nehmen die Erfolgsraten mit den Jahren ab, jedoch in deutlich geringerem Ausmaß als bei einschichtiger Nahttechnik.
Bei Einholung von Vergleichsangeboten fragen Sie sich immer konkret nach der geplanten Operationstechnik.
Die Erfolgsraten hinsichtlich einer Durchgängigkeit mit positivem Nachweis von Spermien im Ejakulat liegen bei 80-90%. Da aber die Fruchbarkeit eines Paares nicht alleine von einem brauchbaren Spermiogramm abhängt, sind die Schwangerschaftsraten natürlich niedriger. Insbesondere ab den späten 30ern der Frau nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Spontanschwangerschaft auch ohne einschlägige Vorgeschichte merklich ab, daher wird spätestens ab dem 40. Lebensjahr eine direkte Vorstellung an einem Kinderwunschinstitut empfohlen. In diesem Fall können mittels TESE (einem kleineren chirurgischen Eingriff) Spermien direkt aus dem Hodengewebe zur späteren künstlichen Befruchtung gewonnen werden. Diese ist in Österreich bis zum vollendeten 45. Lebensjahr der Frau möglich, muß bei vorangegangener Vasektomie jedoch vollumfänglich selbst finanziert werden.
War bereits vor der Vasektomie eine reduzierte Spermienqualität bekannt oder ist eine eingeschränkte Fruchtbarkeit der Partnerin anzunehmen, sollte eine TESE mit künstlicher Befruchtung als primäre Alternative zur Vasovasostomie in Erwägung gezogen werden. Eventuell kann eine TESE auch zeitgleich kombiniert mit einer Vasektomie geplant werden.
Trotz guter Erfolgsaussichten kann der Erfolg einer Vasovasostomie nicht garantiert werden. Auch wenn nach der Operation keine Spermien im Ejakulat nachgewiesen werden können, ist meist noch eine chirurgische Spermiengewinnung wie beschrieben erfolgreich.
Bei Interesse am Thema Kinderwunsch nach Vasektomie berate ich Sie gerne, bei weiterem Anfahrtsweg kann ein erstes Vorgespräch auch telefonisch vereinbart werden.
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